Hallo rvdeh,
zunächst einmal heiße ich Dich willkommen bei German Win-Lite!
Nun zu Deiner berechtigten Frage:
Die Bedeutung von Intel's Chipsatz-"Treibern" wird aus meiner Sicht total überbewertet:
- Diese Pakete enthalten überhaupt keine echten Treiber (das sind Dateien mit der Erweiterung ".SYS"), sondern nur Textdateien mit der Endung ".INF", die für das Betriebssystem bestimmte Informationen darüber enthalten, wie zum Chipsatz gehörende Geräte in das System eingebunden/angesprochen werden sollen.
Diese Informationen bleiben im Prinzip immer gleich. Deshalb ist nach einem Update von Intel's Chipsatz-"Treibern" mit einer Verbesserung der Stabilität oder der Performance des Systems nicht zu rechnen.
- Es ist ein allgemein verbreiteter Irrtum zu glauben, dass ein nagelneues Intel Chipsatz-"Treiber"-Paket für alle zum Chipsatz gehörenden Geräte neue "Treiber" bzw. INF-Dateien enthält. Wenn man sich den Inhalt der im Paket enthaltenen zahllosen INF-Dateien mal mit dem Editor anschaut, wird man feststellen, dass es sich auch bei dem neuesten Paket in Wirklichkeit nur um eine bunte Mischung aus uralten, alten und ganz wenigen wirklich neuen INF-Dateien handelt, wobei die zuletzt genannten in der Regel nur für die nagelneu entwickelten Chipsätze bestimmt sind und auch nur von diesen genutzt werden können.
Weil das vielen Anwendern nicht bekannt ist, führt die Installation eines nagelneuen "Treiber"-Pakets in der Regel zu der großen Enttäuschung, dass die Installation bereits nach etwa 1 Sekunde beendet ist und im Endeffekt kein einzige INF-Datei aktualisiert wurde.
- Jedes Windows Betriebssystem lässt sich ohne Integration von Intels Chipsatz-"Treibern" erfolgreich installieren. Eventuell fehlende Informationen über den Umgang mit neueren Intel System-Geräten kann man im Gerätemanager an dem Hinweis "Unbekanntes Gerät" erkennen und dann die gewünschte INF-Datei aus dem "ALL"-Verzeichnis des "Treiber"-Paketes aussuchen lassen.
Aktuelle Betriebssysteme wie Windows 7 haben alle erforderlichen INF-Dateien "an Bord", um die Geräte von allen Intel Chipsätzen (mit Ausnahme der X79 Serie) perfekt anzusprechen. Eine zusätzliche Installation von Intel Chipsatz-"Treibern" bringt somit keinen Vorteil für den Anwender (außer bei denen, die ein System mit X79 Chipsatz haben), sondern eher z.B. den Nachteil, dass anschließend im Gerätemanager die Bezeichnungen der Intel SATA Controller geändert sind und zur Verunsicherung führen können (sie werden nämlich von bestimmten INF-Dateien nur umbenannt, am eigentlichen SATA-Treiber ändert sich nichts!).
Aus den genannten Gründen ist das Erzwingen der Installation aller zum jeweiligen Chipsatz "passenden", jedoch bereits vorhandenen INF-Dateien durch den Zusatzbefehl "-overall" der blanke Unsinn.
Kürzlich las ich aber, wenn der Rechner im AHCI-Modus (mit Ssd) läuft solle man jenes nicht machen, da sonst die Windowseigenen-Treiber überschrieben werden.
Ich finde die Aussage komisch, da man für die Ssd sowieso die Intel RST Treiber nachträglich installiert.
Der Intel RST-Treiber namens iaStor.sys hat mit den für den Intel Chipsatz verantwortlichen INF-Dateien (egal ob von Intel oder MS) nichts zu tun. Bei einer nachträglichen Installation von Intels RST-Treiber wird lediglich der vom Betriebssystem Standard-mäßig verwendete AHCI- bzw. RAID-Treiber gegen den RST-Treiber ausgetauscht.
Alles klar?
Gruß
Fernando