Wichtiger Hinweis:
Das Tool lässt sich nur nutzen, wenn zuvor die RC-Version von .NET Framework 4.0 installiert wurde.
Mit der Final-Version dieser MS-Software funktioniert das Tool nicht!
Vorbemerkung:
Seit Windows 7 allgemein verfügbar ist, suchen viele Anwender nach einem Tool, das ähnlich wie nLite (für Windows XP) oder vLite (für Vista) in der Lage ist, erwünschte Komponenten zusätzlich in die Win7-DVD zu integrieren bzw. unerwünschte Bestandteile aus ihr zu entfernen.
Aus diesem Grunde habe ich verschiedene der im Internet verfügbaren "Win7Lite"-Tools ausprobiert und habe dabei ein kleines Programm gefunden, das für mich perfekt funktionierte und das ich daher hier näher vorstellen möchte.
Es handelt sich um den von StefanRTR entwickelten "Win Integrator" (Infos dazu gibt es auch in
>diesem< englischsprachigen MSFN-Thread). Dieses Tool lag zwar bei meinen ersten Tests im Juli 2009 nur in einer Alpha3-Version vor, hat bei mir jedoch damals bereits mehrere deutsche Win7-DVD's (Ultimate x64 und Home Premium x86) absolut fehlerfrei erstellt.
Das Freeware-Programm "Win Integrator" bietet - im Gegensatz zu vergleichbaren anderen Tools - während der Bearbeitung der Quell-DVD folgende Möglichkeiten:- vollautomatische Erstellung einer komplett deutschen (de-de) Windows 7 DVD (32/64bit) mit deutschem Menü bereits während der Win7-Installation
- Entfernung unerwünschter Pakete (andere Sprachpakete, regionale Design-Pakete, "MediaCenter", Internet Explorer usw.) aus der Original-DVD
- Integration von zusätzlichen Treibern in die DVD (einschließlich RAID-/AHCI-Treiber)
- freie Wahl der gewünschten Win7-Variante (Starter, Home Basic, Home Premium, Professional und Ultimate)
Anleitung zu StefanRTR's Tool "Win Integrator"
(Stand: 01.04.2010)
Changelog:- aktualisiert: Links zu Treibern, die für die Integration geeignet und ggfls. entsprechend vorbereitet sind
A. Voraussetzungen
Das gewünschte Ziel der Anpassung eines Win7-Installationsmediums (DVD oder USB-Stick) gelingt am sichersten, wenn man folgendes "Handwerkszeug" besitzt bzw. heruntergeladen hat:
- Original-Fassung von Windows 7 Ultimate als 32bit- oder 64bit-Version (als DVD oder ISO-Datei)
- das kostenlose Tool "Win Integrator" in der aktuellen Version:
>Win Integrator v1.0.2.7 Beta< (Download-Link)
- das kostenlose MS-Programm .NET Framework 4.0 in der jeweils aktuellen 32/64bit Version (mindestens Beta 2, besser RC oder Final). Die komplette Final-Version von .NET Framework kann man >hier< bekommen, für die spätere Arbeit mit dem "Win Integrator" genügt jedoch auch die etwas kleinere Client-Version, die man >hier< herunterladen kann.
- ein laufendes Windows 7 (32/64bit) als Betriebssystem
Wichtige Hinweise:- Ein deutsches 32bit Windows 7 lässt sich nur in 32bit-Umgebung erstellen, für die Bearbeitung von Windows 7 x64 wird eine 64bit-Umgebung benötigt.
- Die Bearbeitung einer Win7-DVD (32/64bit) ist auch unter Vista (32/64bit) mit Hilfe des "Win Integrators" möglich. In diesem Fall muss jedoch zusätzlich die aktuelle Version des MS-Programms "Windows AIK für Windows 7" installiert sein.
B. Vorbereitung
Wenn alle genannten Voraussetzungen gegeben sind, müssen vor Beginn der eigentlichen Bearbeitung des Win7-Installationsmediums die dafür erforderlichen Programme installiert werden:
- Installation von .NET Framework 4.0 (Wichtig: es muss mindestens die Beta 2-Version sein!), danach ist zwingend ein Neustart erforderlich!
- Installation des "Win Integrators"
- Erstellung des Win7-Quellverzeichnisses für die spätere Bearbeitung entweder
- durch Kopieren des DVD-Inhalts oder
- durch Entpacken der Win7 ISO-Datei
in ein neu erstelltes Verzeichnis der Festplatte (z.B. C:\DVD).
Hinweis: Wenn die DVD im Laufwerk liegt oder mit einem Tool gemounted wurde und man im "Win Integrator" das Laufwerk (z.b. G:\) wählt, wird das erkannt und man kann dann einen Ordner auswählen, in den die Dateien kopiert werden sollen.
- Kopieren des zur Win7-Variante (32/64bit) "passenden" deutschen Sprachpakets in ein anderes separates Verzeichnis (z.B. C:\LP)
- Bereithalten der ggfls zu integrierenden Hotfixes, Treiber, Sprachpakete etc. in entpackter und "passender" Form (jeweils auf 32bit/64bit-Version achten!)
C. Bearbeitung des Win7-Quellverzeichnisses
Nach dem Start des Programms "Win Integrator" erscheint zunächst folgendes Fenster:

Wenn die Sprache nicht automatisch deutsch ist, lässt sich das durch Klick auf den Menüpunkt "Sprache" entsprechend korrigieren.
Das unten bereits voreingestellte temporäre Verzeichnis C:\tmp, in dem die bearbeiteten Dateien vorübergehend abgelegt werden, kann man zwar ändern, ich würde es jedoch dabei belassen, denn so kann man im Falle eines Fehlers den entsprechenden LOG-Bericht im neu angelegten Verzeichnis C:\tmp bequem finden (im übrigen wird das Verzeichnis am Ende der Bearbeitung mit Ausnahme der LOG-Datei automatisch vom Programm geleert).
Nun beginnt die eigentlich kinderleichte Arbeit:
- 1. Bearbeitung des "Start"-Bereichs (Pfad zum Quellverzeichnis und Wahl der zu erstellenden Win7-Version):
Nach dem Klick auf "Wählen" zeigt man dem Tool einfach den Pfad zu dem Verzeichnis, in dem sich die zu bearbeitenden Win7 DVD-Dateien befinden (z.B. in C:\DVD).
Danach erscheint folgendes Fenster:

Hier geht es nicht darum, welche Win7-Variante man im Quellverzeichnis hat, sondern welche man vom "Win Integrator" erstellen lassen möchte (es ist z.B. ohne weiteres möglich, mit dem Tool aus einer englischen "Ultimate"-Version eine deutsche "Home Premium" zu erstellen.
Man klickt einfach auf die gewünschte Variante und dann auf "OK".
Das Programm-Fenster sieht dann z.B. so aus:

- 2. Bearbeitung des "Update"-Bereichs (Integration von Win7-Update-Packs, Hotfixes, Sprachpaketen, LocalPacks etc.):
Nach dem Aufrufen des Reiters "Update", klickt man unten auf den "Öffnen"-Knopf und zeigt dem Tool jeweils den Pfad zu den Hotfixes, Sprachpaketen oder LocalPacks, die man integrieren möchte.
Im Fall der Integration des deutschen Sprachpakets geht es so:
Zuerst klickt man auf "Öffnen", dann sucht man den Pfad zum "passenden" (32/64bit) Sprachpaket. Nach einem Doppel-Klick auf die Datei namens "lp.cab" erscheint es dann im Fenster des WinIntegrators.
Nach der Integration des deutschen Sprachpakets und wichtiger Win7 Hotfixes sieht der Bereich "Updates" dann so aus:

Damit ist der Bereich "Updates" abgeschlossen, sofern nicht noch irgendwelche Win7 Hotfixes, ein "LocalPack" oder ein weiteres Sprach-Paket (z.B. Spanisch oder Polnisch) integriert werden soll.
- 3. Bearbeitung des "Treiber"-Bereichs (Integration von Treibern):
Dieser Bereich bietet die Möglichkeit, bestimmte Treiber, die Windows 7 nicht oder nicht in der aktuellen Version "an Bord" hat, in das spätere Win7-Installationsmedium zu integrieren, sodass die entsprechenden Geräte sofort nach der Win7-Installation betriebsbereit sind.
Wer für die Win7-Integration "passende" aktuelle Treiber für sein System sucht, sollte zunächst einmal einen Blick in den Startbeitrag >dieses< Threads werfen, denn dort befinden sich zahlreiche Links zu Treibern für die gängigsten Hardware-Kompunenten. Viele der dort verlinkten Treiber sind speziell für die Integration in ein Win7-Image vorbereitet worden (z.B. durch das Expandieren von bestimmten komprimierten Dateien oder die Entfernung des überflüssigen Installers).
Und so funktioniert die eigentliche Treiber-Integration mit dem Win Integrator:
Nach dem Aufrufen des "Treiber"-Reiters und Klick auf "Öffnen" sucht man den Treiber, den man integrieren möchte, und macht einen Doppelklick auf die gewünschte INF-Datei. Danach werden vom Tool alle in der INF-Datei aufgelisteten Treiberdateien kopiert und später integriert.
Im Falle einer Integration des aktuellen Intel AHCI- und RAID-Treibers, einiger Intel Chipset-"Treiber", des ATI Grafik-Treibers und des Realtek Ethernet-Treibers sieht das Fenster dann z.B. so aus:

Bei "kritischen" Textmode-Treibern kann man unter "Boot critical" in das dafür vorgesehene Kästchen einen Haken setzen (habe ich bei den Intel RAID- und AHCI-Treibern nicht gemacht und es hat trotzdem geklappt).
Anmerkungen:
Die Treiber-Integration hat bei mir in zahlreichen Tests hervorragend geklappt, es ist jedoch folgendes zu beachten:- Es wird immer nur die INF-Datei (und der dazu gehörende Treiber) integriert, die man angeklickt hat und nicht - wie bei nLite oder vLite - das gesamte Treiberverzeichnis. Daraus ergibt sich, dass man sich im Falle von mehreren INF-Dateien im Verzeichnis vorher darüber im klaren sein sollte, welche die "richtige" ist. Wenn man nicht geau weiß, welche INF-Datei die "passende" ist oder wenn mehrere INF-Dateien benötigt werden, empfiehlt es sich, alle INF-Dateien des Treiber-Ordners zu markieren (mit STRG+A) und zu integrieren.
- Vorsicht bei Grafikkarten-Treibern: Sowohl bei NVIDIA- als auch bei ATI-Treibern befinden sich im Treiberverzeichnis z.T. komprimierte Dateien (zu erkennen an Endungen wie ".dl_", ".ex_", ".da_" etc.). Damit können Tools wie der WinIntegrator nicht umgehen. Die Folge sind Fehlermeldungen während des späteren Integrationsvorgangs (Reiter "Anwenden") und letztlich ein Scheitern der Integration aller Treiber. Insofern ist von der Integration von Grafik-Treibern abzuraten, es sei denn, man ist sicher, dass keine komprimierten Dateien (mehr) dabei sind.
Keine Probleme sind zu erwarten, wenn man eines der für die Integration bereits "präpapierten" Grafik-Treiber nimmt, die im Startbeitrag >dieses< Threads verlinkt sind. Die verschiedenen Grafik-Treiber wurden von mir für die Integration mit Tools wie dem WinIntegrator vorbereitet, für die Funktionsfähigkeit übernehme ich naturgemäß keine Gewähr.
- 4. Bearbeitung des "Entfernen"-Bereichs (Entfernung unerwünschter Win7-Pakete):
Nach dem Öffnen des "Entfernen"-Bereichs sieht der etwa so aus:

Hier man nun die Möglichkeit, unerwünschte Sprach-Pakete ("Language Packs") oder länderspezifische Design-Pakete ("LocalPacks") aus der Win7-DVD zu entfernen. Man braucht sie nur jeweils vorne in dem dafür vorgesehenen Kästchen zu markieren.
Darüberhinaus lassen sich mit dem Tool auch andere nicht benötigte Bestandteile der Original Win7-DVD (z.B. das "MediaCenter" oder der "Internet Explorer") durch eine Markierung entfernen.
Hinweise:- Es sollten nur die Module entfernt werden, bei denen man sicher ist, dass man sie später nicht benötigt.
- Ob die Entfern-Option in allen Fällen auch tatsächlich funktioniert, habe ich bisher noch nicht überprüft.
- 5. Bearbeitung im Bereich "Funktionen" (Aktivieren und Deaktivieren von Windows-Funktionen):
Dieser Bereich sieht do aus:

Hier besteht die Möglichkeiten, von vornherein einige nicht benötigte Funktionen oder Dienste des Betriebssystems abzuschalten, z.B. um die Performance zu erhöhen.
Es sollte jedoch immer abgewogen werden, ob mit dem Abschalten einer bestimmten Funktion oder eines Dienstes die Vorteile die Nachteile überwiegen.
- 6. Bearbeitung im Bereich "Anwenden" (erst danach findet die tatsächliche Bearbeitung statt!):
Nach dem Aufrufen dieses Bereichs sieht es so aus:

Zunächst kann man wählen, ob vom WinIntegrator ein neues Abbild der zuvor ausgewählten Windows-Edition (z.B. Home Premium) erstellt werden soll oder nicht.
Wenn hier "Nein" gewählt wird, werden zwar nach dem Drücken des "Anwenden"-Knopfes alle zuvor festgelegten Bearbeitungsschritte erledigt, die install.wim mit den darin enthaltenen Win7-Varianten (Home, Pro etc) bleibt jedoch erhalten. Während der späteren Win7-Installition hat man dann immer noch die Auswahl zwischen den verschiedenen Win7-Editionen.
Im Falle eines "Ja" exportiert der WinIntegrator die zuvor gewählte Win7-Edition in eine neue wim-Datei, mit der Folge, dass dann bei der späteren Win7-Installation die gewählte Edition (z.B. Home Premium) automatisch und ohne Rückfrage installiert wird.
Wenn man sich sicher ist, dass alle zuvor gewählten Bearbeitungsschritte durchgeführt werden sollen, kann auf "Anwenden" geklickt werden.
Danach führt das Tool die zuvor gewählten Bearbeitungsschritte durch. Je nach Art/Umfang der gewählten Aufgaben und je nach Rechnerleistung dauert das unterschiedlich lange (bei mir waren es stets etwa 5-10 Minuten).
Am Ende der Prozedur befindet sich in dem Bearbeitungsordner (z.B. C:\DVD) die fertige Win7-Version mit allen gewählten Änderungen.
Wenn man Windows7 vom USB-Stick installieren will, braucht man den Inhalt des Verzeichnisses nur noch auf den USB-Stick zu kopieren (selbstverständlich muss der Stick vorher mit dem Tool diskpart.exe bootfähig gemacht werden).
- 7. Bereich "ISO Erstellen" (als zusätzliche Option):
Dieser Bereich sieht so aus:

Hier besteht nun die Möglichkeit, aus dem zuvor "nach Maß" fertiggestellten Windows 7 DVD-Ordner eine neue ISO-Datei zu erstellen, wobei sowohl die Volume-Bezeichnung als auch der Name der ISO-Datei frei wählbar sind.
Nach Fertigstellung befindet sich die ISO-Datei in dem Ordner, den man zuvor als Zielverzeichnis angegeben hat.
Anschließend kann sie als bootfähiges Image gebrannt werden, z.B. mit dem Win7-eigenen Brenn-Programm, mit Nero oder dem kostenlosen Brenn-Programm CDBurnerXP, das auch unter Windows 7 (32/64bit) einwandfrei läuft.
Kontrolle und Fehleranalyse:
Der "WinIntegrator" führt über die einzelnen durchgeführten Bearbeitungsschritte und deren Erfolg ein Protokoll in Form einer LOG-Datei, die er in einem temporären Verzeichnis (in der Regel C:\tmp) im Unter-Ordner namens "Logs" ablegt.
Durch Öffnung der LOG-Datei kann man also überprüfen, ob alles, was der "WinIntegrator" machen sollte, auch erfolgreich durchgeführt wurde (die Meldung "Dism Exitcode = 0" bedeutet Erfolg der jeweiligen Operation). Auch bei der Fehleranalyse sind diese LOG-Dateien ggfls. hilfreich.
Wichtig:
Wenn während des Verarbeitungsprozesses eine Fehlermeldung erscheint (z.B. "Dism Exitcode '30'), sollte man zuerst versuchen, die Fehlerursache zu beseitigen, um danach mit der Bearbeitung der Win7-Quelle noch einmal zu beginnen. Andernfalls riskiert man, dass nicht nur die Operation mit dem Fehler unausgeführt bleibt.
Viel Erfolg bei der Bearbeitung von Windows 7 mit dem Tool "Win Integrator"
wünscht Euch
Euer Fernando